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Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen Rückblick 2025: Branche in guter Verfassung

08.05.2026

Rekordproduktion trotz schwieriger Märkte: Die deutschen Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen steigerten 2025 ihre Produktion um 4,9 % auf knapp 17 Mrd. Euro. Welche Segmente wachsen – und wo Risiken bleiben.

Lesedauer: 5 Minuten

Das Jahr 2025 verlief für die deutschen Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen positiv. Nach Daten des Statistischen Bundesamts verzeichneten die Unternehmen für das Jahr 2025 ein Wachstum von 4,9 Prozent und erreichten damit einen neuen Rekordwert in der Produktion von fast 17 Milliarden Euro am Standort Deutschland. Das Wachstum im drittstärksten Maschinenbau-Fachzweig beruht jedoch vornehmlich auf dem hohen Auftragsbestand, mit dem die Branchenunternehmen in das Jahr 2025 gestartet waren. 

Produktion auf Rekordniveau – Verpackungsmaschinenbau wächst dynamisch

Mehr als die Hälfte des Produktionswertes entfällt auf Verpackungsmaschinen. Die Hersteller konnten ihre Produktion um 8,9 Prozent auf knapp 9 Milliarden Euro steigern. Etwa ein Drittel der Verpackungsmaschinen werden in die Getränkeindustrie geliefert.

Im heterogenen Nahrungsmittelmaschinenbau fiel das Produktionswachstum höchst unterschiedlich aus. So konnten die Hersteller von Fleischverarbeitungsmaschinen ihre Produktion im Jahr 2025 um 4,1 Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro steigern. Im hoch spezialisierten Süßwarenmaschinenbau stieg die Produktion um 10 Prozent auf 386 Millionen Euro. Die Hersteller von Bäckereimaschinen verfehlten das Vorjahresniveau um 1,6 Prozent und erreichten einen Produktionswert von 670 Millionen Euro. Die Produktion von Getränkeherstellungsmaschinen sank um 5 Prozent auf 503 Millionen Euro.

Grafik: Deutsche Produktion Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen

Der Auftragseingang im Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen hingegen schloss im Jahr 2025 knapp unter dem Niveau des Vorjahres ab. Im ersten Quartal 2026 entsprach der Auftragseingang Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen bislang noch nicht den Erwartungen. Geopolitische Krisen, Konjunkturschwächen in vielen wichtigen Absatzmärkten, die US-Zollpolitik, der anhaltende Ukrainekrieg sowie die jüngsten Entwicklungen im Iran sorgen für Unsicherheit und verzögern Investitionsentscheidungen. Dennoch sieht der VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen die Wachstumsperspektiven der Branche angesichts der weltweit starken Entwicklungen der Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrien weiterhin positiv. 

Deutsche Exporte mit sehr unterschiedlichen Entwicklungen in den Teilbranchen

Im Jahr 2025 stiegen die Auslandslieferungen der gesamten Branche Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen um 2 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro, davon entfielen fast 70 Prozent der Exporte auf Verpackungsmaschinen einschließlich Getränkeabfüllmaschinen. Die Exporte stiegen um 5,9 Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro. Die Exporte von Fleischverarbeitungsmaschinen stiegen um 2 Prozent auf 706 Millionen Euro. Die Hersteller von Bäckereimaschinen verfehlten den außerordentlich hohen Vergleichswert des Vorjahres um 7 Prozent und lieferten Maschinen im Wert von 439 Millionen Euro ins Ausland. Auch die Hersteller von Süßwarenmaschinen verfehlten den Rekordwert aus 2024 um 2 Prozent und exportierten Maschinen im Wert von 401 Millionen Euro1. Im Getränkemaschinenbau werden im Außenhandel nur die Brauereimaschinen explizit ausgewiesen. Hier sank der Export um 39 Prozent auf 143 Millionen Euro. Hintergrund dieses starken Rückgangs ist der weltweit zurückgehende Bierabsatz. Dieser Trend scheint sich zu verfestigen, so dass deutlich weniger investiert wurde. 

Grafik: Deutscher Außenhandel Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen

Für den gesamten Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen ist Europa nach wie vor der größte Regionalmarkt Die Exporte in die EU-27-Länder stiegen um 4,2 Prozent, während sie in die Region Sonstiges Europa um 3,3 Prozent zurückgingen. Insgesamt gingen 48 Prozent der deutschen Lieferungen in europäische Länder, davon entfielen 35 Prozent auf die EU-27. 

Nach Europa ist Nordamerika die wichtigste Absatzregion für die deutschen Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen – mit den USA als mit Abstand wichtigstem Markt. 2025 wurden Maschinen im Wert von fast 1,8 Milliarden Euro in die USA exportiert, was einem Anteil von 16 Prozent an den Gesamtexporten entspricht. Deutschland ist für die USA wichtigstes Lieferland von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, vor Italien, Kanada und China.

Grafik: Deutscher Außenhandel - Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen nach Regionen

Asien ist mit einem Anteil von 14 Prozent weiterhin eine der wichtigsten Absatzregionen. Hier ist China als ehemals zweitwichtigster Markt für die Branche auf Platz fünf gerutscht. Ab dem Jahr 2023 sanken die Exporte in die Volksrepublik China deutlich und fielen auch im Jahr 2025 um 8 Prozent auf 409 Millionen Euro. Die Wachstumsraten der chinesischen Wirtschaft sind deutlich schwächer geworden. Die „Made in China“ Politik der chinesischen Regierung sorgt zudem für eine Präferenz lokal gefertigter Maschinen und Anlagen, was den Lokalisierungsdruck für europäische Hersteller erhöht. Andere asiatische Länder wie zum Beispiel Indien, die Republik Korea, Thailand und Indonesien haben hingegen in den letzten drei Jahre erheblich investiert.

Die Nachfrage aus dem Ausland blieb 2025 insgesamt hoch mit starken Impulsen und zweistelligen Wachstumszahlen aus einzelnen Märkten, darunter Mexiko, Brasilien, Ägypten, Algerien, Saudi-Arabien und Südafrika. Mit einem Exportumsatz von durchschnittlich 84 Prozent sind die Maschinenhersteller international sehr breit aufgestellt. Dies sorgt dafür, dass regionale Nachfrageunterschiede häufig ausgeglichen werden können. In der jüngsten VDMA-Konjunkturumfrage vom April 2026 wurden die regionalen Geschäftsaussichten in den Absatzregionen Afrika, Süd- und Mittelamerika, sowie Asien für die nächsten sechs Monate positiv bewertet.

Globaler Maschinenhandel steigt – Europa liefert zwei Drittel der Maschinen

Nicht nur die deutschen Exporte steigen, auch das weltweite Außenhandelsvolumen von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen wächst seit vielen Jahren kontinuierlich und erreichte 2024 einen vorläufigen Höchststand von fast 55 Milliarden Euro. Basis der Daten sind Exportzahlen von über 50 Industrieländern. Für das Jahr 2025 rechnet der Verband nach bislang vorliegenden Daten mit einem Anstieg des Welthandels um weitere 4 bis 5 Prozent.

Grafik: Internationaler Außenhandel Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen

Zwei Drittel aller Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, die weltweit exportiert werden, stammen aus den Ländern der EU-27 (Stand: 2024). Damit ist der Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau aufgrund seiner hohen Spezialisierung, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft die erfolgreichste Exportbranche des europäischen Maschinenbaus. Dabei liegen Deutschland und Italien mit jeweils rund 20 Prozent Anteil am weltweiten Maschinenaußenhandel gemeinsam an der Spitze. 

Auf Teilbranchenebene sind die Marktanteile der deutschen Hersteller höher (2024): Sie liefern 25 Prozent der weltweit gehandelten Verpackungsmaschinen, 30 Prozent der Süßwarenmaschinen und 27 Prozent der gehandelten Fleischverarbeitungsmaschinen.

Grafik: Internationaler Außenhandel Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen 2024 - Anteile der Lieferländer

Perspektiven trotz Herausforderungen positiv

Die globale Verpackungs- und Verarbeitungsindustrie ist einer der dynamischsten Wachstumssektoren. Die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen profitieren vom Anstieg des weltweiten Absatzes von verpackten Lebensmitteln und die Maschinen leisten einen entscheidenden Beitrag für die sichere Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensmittel, Getränken sowie pharmazeutischen Produkten. Das Marktforschungsinstitut Euromonitor International prognostiziert eine Steigerung des weltweiten Absatzes von verpackten Lebensmitteln von 872 Millionen Tonnen im Jahr 2024 auf 968 Millionen Tonnen im Jahr 2029. Das entspricht einer Steigerung von 11 Prozent. Fast ein Drittel des Gesamtverbrauchs von 2024 fällt auf die Region Asien. Zudem wird erwartet, dass in den Regionen Asien und Naher Osten/ Afrika die Nachfrage überdurchschnittlich stark wächst.

Die Branchenunternehmen sind vor diesem Hintergrund und gemäß der regelmäßig vom VDMA durchgeführten Konjunkturumfrage innerhalb des Gesamtmaschinebaus positiver gestimmt hinsichtlich ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und der Umsatzerwartung als viele andere Fachzweige, die mit Strukturveränderungen in ihren Kundenbranchen konfrontiert sind.

Vor diesem Hintergrund und auch auf Basis des hohen Produktionsniveaus 2025 prognostiziert der VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen ein moderates Wachstum für das Jahr 2026 in Höhe von 3 Prozent.

1 Dass der Export im Bereich Süßwarenmaschinen höher ist als die Produktion liegt daran, dass ein Teil der Maschinen aufgrund zu weniger Melder vom Statistischen Bundesamt nicht explizit ausgewiesen werden. Der VDMA schätzt diesen Produktionswert auf rund 100 Millionen Euro.

Bild Header: Canva

Kontakt

Beatrix Fraese

Stellv. Geschäftsführerin VDMA Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen

Beatrix Fraese
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VDMA

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.

Der VDMA vertritt 3500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 870 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.

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