Alternative Proteine sind der Überbegriff für alle Proteinquellen nicht tierischen Ursprungs. Zu diesen zählen Proteine aus Pflanzen, wie Hülsenfrüchten oder Getreide, aber auch Proteine aus Pilzen und Algen, Insektenprotein und Zellkulturen ("Laborfleisch").
Mit einem Anteil von 60 - 70 % stellen pflanzliche Proteine den größten Teil der Proteinalternativen. Mit je 5 - 10 % folgen Alternativen aus Algen und Alternativen aus Pilzen. Noch geringer sind die Anteile von Produkten aus Insektenprotein und aus Zellkulturen am Markt für Alternativen. (Stand 01/2025)
Der wachsende Markt für alternative Proteine schafft neue Geschäftsmöglichkeiten und fördert Innovationen in der Lebensmitteltechnologie. Viele fleisch- und milchverarbeitende Betriebe passen sich an den Markt an, indem sie ihr Produktportfolio diversifizieren und alternative Proteine in ihr Sortiment aufnehmen. Auch durch Kooperationen mit Startups aus dem Bereich der Alternativen Proteine entstehen wertvolle Synergien zwischen traditioneller und neuer Proteinwelt.
Doch die Anpassung an den Markt erfordert nicht nur die Entwicklung neuer Produkte. Um neue, oft jüngere Zielgruppen, anzusprechen und diese als Kunden zu gewinnen sind auch neue Marketingstrategien gefragt.
Alternative Proteine aus pflanzlichen Proteinen

Die Quelle für pflanzliches Protein sind eiweißhaltige Pflanzen oder Samen, wie Hülsenfrüchte (auch Leguminosen genannt), Nüsse oder Samen. Auch Getreide und Gemüse zählen zu den pflanzlichen Proteinen.
- Hülsenfrüchte: Soja, Linsen, Erbsen, Lupinen, Ackerbohnen…
- Nüsse und Samen: Mandeln, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Kürbiskerne…
- Getreide und Gemüse: Vollkornprodukte, Hafer, Weizen, Amaranth, Quinoa, Reis, Jackfrucht…
Bei veganer Ernährung ist wichtig zu beachten, dass der menschliche Körper pflanzliche Proteine weniger gut als tierische aufnehmen kann. Darüber hinaus enthält der Großteil der eiweißhaltigen Pflanzen nur einen Teil der essentiellen Aminosäuren. Ausnahme ist die Sojabohne, die alle essentiellen Eiweiße enthält.
Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen nimmt kontinuierlich zu. Immer mehr Verbraucher wählen flexitarische, vegetarische oder vegane Ernährungsformen. Die bessere Umweltbilanz von pflanzlichen Proteinen, Tierwohl, aber auch Lebensmittel-Unverträglichkeiten wie zum Beispiel Laktoseintoleranz sind Gründe für den Ernährungswechsel.
Alternative Proteine aus Pilzen und Algen enthalten beide viel Protein und weitere Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe).
Pilze1 sind durch ihren nussig-erdigen Geschmack („Umami“) und ihre Textur gut für Fleischersatz geeignet.
Sowohl Algen wie Pilze weisen eine gute Umweltbilanz auf: Pilze können auf organischen Abfällen wachsen und sich von diesen ernähren. Algen2 bringen von Natur aus einen hohen Proteingehalt mit. Außerdem benötigen sie zum Wachsen kein Süßwasser und können CO2 binden.
Alternative Proteine aus Insektenprotein

Essbare Insekten sind reich an Proteinen und Vitaminen. Verglichen mit Nutztieren enthalten sie oft die gleiche Menge oder sogar mehr hochwertiges, gut verwertbares tierisches Protein. Da Insekten schnell, mit wenigen Ressourcen, auf kleiner Fläche wachsen und organische Abfälle in hochwertiges Protein umwandeln können, haben sie einen äußerst vorteilhaften ökologischen Fußabdruck.
Als regional verfügbare Proteinalternative ist Insektenprotein3 eine potenziell nachhaltige Lösung der globalen Ernährungssicherung. Herstellern von Futtermitteln wie auch Lebensmitteln kann Insektenprotein als Alternative zu anderen tierischen Proteinen helfen, ihre Klimabilanz zu verbessern.
Mit Blick auf Nebenströme aus der Lebensmittelverarbeitung und organischen Abfällen verfügen Insekten als Upcycling-Spezialisten über ein hohes Zukunftspotenzial.4
Alternative Proteinen aus Zellkulturen

Die Bezeichnungen für Lebensmittel, die aus kultivierten Proteinen hergestellt werden, sind vielseitig. Ob von Cultured Meat, künstlichem Fleisch, Zellfleisch, New Meat, Laborfisch, Fisch-Alternativen, veganem Lachs oder Zellkäse und Veggie-Käse die Rede ist - alle diese Produkte werden mit Hilfe biotechnologischer Verfahren im Labor mittels Zellkultivierung hergestellt. Als Alternative zur traditionellen Tierhaltung werden Fleisch- oder Fischgewebe im Fermenter produziert. Bei Zellkäse werden Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefen verwendet, um Proteine aus unterschiedlichen Substraten herzustellen.
Quellen:
1 Algae Protein Market Size, Share & Trends Analysis Report By Type (Spirulina, Chlorella), Source (Freshwater Algae, Marine Algae), By Application, By Region, And Segment Forecasts, 2025 - 2030. 27.01.2025
2 Insights Mycoprotein Market. 27.01.2025.
3 Edible insects: future prospects for food and feed security. FAO Forestry Paper 171, Rome, 2013. 27.01.2025.
4 Cultured Meat Market: Industry Trends and Forecasted Estimates to 2050 - Distribution by Source of Meat, Type of Cultivation Technique, Form of Meat Produced, End Products Offered and Key Geographical Region. 27.01.2025.