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Deutsche Tierbestände 2026 (1. Jahreshälfte)

Schweinehaltung: Weniger Betriebe, Bestände bleiben stabil

03.08.2026

Die Schweinehaltung in Deutschland befindet sich weiterhin im Strukturwandel. Während die Zahl der Betriebe weiter sinkt, bleibt der Schweinebestand auf stabilem Niveau. Auch bei den Rinderbeständen zeigt sich im Jahresvergleich kaum Veränderung, die Zahl der Haltungen nimmt jedoch weiter ab.

Lesedauer: 2 Minuten

Weniger Betriebe, größere Bestände

  • 14.700 Schweinehaltungsbetriebe – 3,6 % weniger als im Vorjahr
  • 21,0 Millionen Schweine – Bestand steigt gegenüber Mai 2025 leicht um 0,6 %
  • 10,4 Millionen Rinder – Bestand bleibt im Jahresvergleich nahezu unverändert

Die Schweinehaltung zählt derzeit zu den Bereichen der Landwirtschaft mit den tiefgreifendsten strukturellen Veränderungen. Zum Stichtag 3. Mai 2026 wurden in Deutschland rund 21 Millionen Schweine gehalten. Damit blieb der Tierbestand in den vergangenen drei Jahren weitgehend konstant. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich jedoch ein deutlicher Rückgang von 22,5 %.

Grafik: Wie hat sich die Schweinehaltung in Deutschland entwickelt?

Parallel dazu setzt sich der Rückgang der schweinehaltenden Betriebe fort. Im Mai 2026 wurden deutschlandweit 14.700 Betriebe mit Schweinehaltung gezählt. Das entspricht einem Minus von 3,2 % gegenüber November 2025 und 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Seit 2016 ist die Zahl der Betriebe um 40 % gesunken, innerhalb der vergangenen 15 Jahre sogar um nahezu 54 %. 

Mit dem Strukturwandel wächst zugleich die durchschnittliche Bestandsgröße. Im Jahr 2026 hielt ein Betrieb im Durchschnitt 1.432 Schweine. Gegenüber 2011 entspricht das einem Anstieg von knapp 70 %. Vor 50 Jahren lag der Durchschnitt noch bei lediglich 31 Tieren je Betrieb. 

Grafik: Schweinezuchtbetriebe in Deutschland im Jahr 2026

Spezialisierung prägt die Schweinehaltung

Der anhaltende Strukturwandel geht mit einer stärkeren Spezialisierung der Betriebe einher. Die Bereiche Zucht, Ferkelerzeugung und Mast stellen unterschiedliche Anforderungen an Haltung und Management. Hinzu kommen Hygienevorgaben sowie umwelt- und steuerrechtliche Rahmenbedingungen, die häufig eine räumliche Trennung einzelner Produktionsschritte erforderlich machen. Viele Betriebe konzentrieren sich deshalb heute auf ein oder zwei Produktionsbereiche.

Schweinebestand bleibt insgesamt stabil

Der Schweinebestand lag Anfang Mai 2026 bei rund 21,0 Millionen Tieren. Gegenüber November 2025 verringerte sich die Zahl um 2,3 %, im Vergleich zum Vorjahr wurde jedoch ein leichter Anstieg von 0,6 % verzeichnet. Langfristig bleibt der Trend rückläufig: Seit 2016 ist der Bestand um 22,5 % gesunken.

Die Verteilung der Tiere auf die einzelnen Kategorien zeigt die aktuelle Struktur der Schweinehaltung. Rund 62 % des Bestands entfielen auf Jung- und Mastschweine mit einem Lebendgewicht von mindestens 20 Kilogramm. Allein die Mastschweine mit einem Gewicht von 50 Kilogramm und mehr machten rund neun Millionen Tiere aus. Weitere 31 % waren Ferkel, knapp sieben Prozent gehörten zu den Zuchtschweinen. Diese setzen sich aus rund 1,4 Millionen Zuchtsauen und etwa 10.600 Zuchtebern zusammen.

Entwicklung der Tierkategorien

Die Zahl der Mastschweine belief sich auf 9,0 Millionen Tiere. Gegenüber November 2025 ging der Bestand um 2,5 % zurück, im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 %. Ferkel und Jungschweine erreichten zusammen 10,6 Millionen Tiere. Während ihre Zahl gegenüber November um 2,3 % sank, lag sie im Jahresvergleich um 5,1 % höher. Der Bestand an Zuchtsauen betrug rund 1,4 Millionen Tiere. Im Vergleich zum November 2025 war dies ein Rückgang von 0,9 %, gegenüber dem Vorjahr jedoch ein Anstieg von 0,9 %.

Grafik: Schweinebestände in Deutschland

Rinderbestand bleibt weitgehend konstant

Der Rinderbestand in Deutschland lag zum Stichtag bei rund 10,4 Millionen Tieren, darunter 3,6 Millionen Milchkühe. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Bestand mit einem Plus von 0,2 % nahezu unverändert, gegenüber November 2025 verringerte er sich um 0,7 %. Im Zehnjahresvergleich setzte sich der Rückgang jedoch fort: Seit 2016 sank der Rinderbestand um 17,6 %.

Auch der Milchkuhbestand blieb binnen Jahresfrist nahezu stabil. Gegenüber November 2025 verringerte sich die Zahl der Tiere leicht um 0,2 %, im Vergleich zum Vorjahr stieg sie um 0,3 %. Langfristig lag der Bestand jedoch 16,0 % unter dem Niveau von 2016.

Die Zahl der Rinderhaltungen entwickelte sich ebenfalls rückläufig. Gegenüber November 2025 sank sie um 1,8 % auf 120.300 Betriebe, die Zahl der Milchkuhhaltungen ging um 2,0 % auf 46.200 zurück. Im Zehnjahresvergleich verringerte sich die Zahl der Rinderhaltungen um 18,7 %, die der Milchkuhhaltungen um 35,2 %.

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