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Erst als ihre älteren Brüder die Übernahme des Familienbetriebs ablehnten, entschied sie sich, in die Heimat ins nordhessische Calden zurückzukehren und die Landfleischerei zu übernehmen. Diese führt sie als Fleischermeisterin heute in fünfter Generation mit einer klaren Vision: handwerklich, nachhaltig, innovativ.
Ausgezeichnet: Alte Rezepte, neue Ideen
In der 1877 gegründeten Landfleischerei Koch trifft handwerkliche Tradition auf zeitgemäße Innovation. Katharina Koch hat den Betrieb seit ihrer Übernahme 2018 modernisiert: Produziert wird klimaneutral und teilweise bio-zertifiziert. Das Fleisch stammt ausschließlich von Bauernhöfen aus der Region. Die Schweine bezieht die Fleischerei beispielsweise vom Hof von Tina und Patrick Wienand, wo die Tiere auf Stroh gehalten und sie mit ausgesuchtem, hofeigenem Futter versorgt werden.
Ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit zeigt sich auch in den fairen Arbeitsbedingungen: Die Auszubildenden profitieren nicht nur von flexiblen Arbeitszeiten, sondern auch von einem E-Auto, dass auch privat genutzt werden kann. Durchs Sortiment weht ebenfalls ein frischer Wind: Neben Klassikern wie Ahler Wurst und Feldkieker gibt es etwa die Gin-Stracke, eine Wurst mit Wacholdernote. Erhältlich ist all das auch im Online-Shop.
Für ihr innovatives Gesamtkonzept rund um die Nordhessische Ahle Wurst wurde Katharina Koch im Mai 2025 im Rahmen der IFFA mit dem Innovationspreis „Wurst hat Zukunft“ des Zentralverbands Naturdarm ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere den gelungenen Brückenschlag zwischen handwerklicher Tradition und modernen Vermarktungsstrategien, etwa durch Führungen im sogenannten „Wurstehimmel“ oder dem Einsatz digitaler Technologien bis hin zu KI.
„Es ist ein besonderes Gefühl, jeden Tag zu erleben, dass die Nachfrage nach einer guten handwerklichen Wurst ungebrochen ist und wir auch in Zukunft vielen Menschen mit unseren Produkten eine Freude bereiten können.“
Engagement für das Handwerk
Katharina Koch engagiert sich über ihren Betrieb hinaus für das Handwerk. Als Mitglied im Mittelstandsbeirat des Bundeswirtschaftsministeriums bringt sie die Perspektive kleiner und mittlerer Unternehmen in politische Entscheidungsprozesse ein. Zudem ist sie Botschafterin für das Handwerk und setzt sich für die Nachwuchsförderung ein.
In ihrem Buch „Fleisch ist kein Gemüse“ beschreibt Katharina Koch ihren Weg von der internationalen Politik zurück ins Fleischerhandwerk und wirbt damit für ihren Beruf. Sie gibt Einblicke in die Wurstproduktion mit uralter Tradition und zeigt, dass eine gesunde Beziehung zwischen Nutztieren, Bauern, Metzgerinnen und Metzgern sowie Genießenden möglich ist.
Bilder: Katharina Koch
Header-Bild: Canva
Menschen im Fleischerhandwerk
Ähnlich vielfältig wie die Aufgaben im Fleischerhandwerk sind die Menschen, die mit Fleisch arbeiten und Fleischprodukte verkaufen.
Unsere weltweite Serie porträtiert kreative und geschickte Köpfe vom Traditionsmetzger bis zum Quereinsteiger.