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Warum Forschung die gesamte Wertschöpfungskette neu denken sollte

Europas Proteinstrategie

20.10.2026

Von der Pflanzenzüchtung über Futtermittel bis hin zur Verbraucherakzeptanz: Eine aktuelle Analyse der SCAR Protein Task Force betrachtet alternative Proteinquellen nicht isoliert, sondern als Bestandteil eines gesamten europäischen Ernährungssystems. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Forschung und Innovation für mehr Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit spielen können.

Lesedauer: 2 Minuten

Charakter: Policy Review und Analyse
Herausgeber: SCAR (Standing Committee on Agricultural Research) – Protein Task Force
Auftraggeber: keiner ausgewiesen
Geografischer Fokus: Europäische Union
Erscheinungsjahr: 2025
Zielgruppe: Politik, Forschung, Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie Akteure entlang der Proteinwertschöpfungskette. 

Worum geht es?

Foto: Adobe Stock | Item.io

Die Publikation versteht den Wandel des europäischen Proteinsystems ausdrücklich nicht als Ersatz bestehender Proteinquellen durch neue Alternativen. Stattdessen plädiert sie für einen Ansatz der Koexistenz und Diversifizierung. Tierische Proteine, pflanzliche Proteine sowie neue Quellen wie Algen, Insekten, mikrobielle Proteine oder kultiviertes Fleisch werden als Bestandteile eines widerstandsfähigeren Gesamtsystems betrachtet.

Aus Sicht der Autoren entscheidet die Zukunft der europäischen Proteinversorgung daher weniger über einzelne Technologien als über die Fähigkeit, Forschung, Landwirtschaft, Verarbeitung, Futtermittelproduktion, Lebensmittelentwicklung und Verbraucherakzeptanz entlang einer gemeinsamen Wertschöpfungskette zusammenzuführen. 

Importabhängigkeit als Ausgangspunkt der Debatte

Als zentralen Handlungsdruck beschreibt die Analyse die hohe Importabhängigkeit Europas bei Proteinfuttermitteln. Nach Angaben der Publikation werden 66 % der proteinreichen Futtermittel importiert; bei Sojaschrot liegt der Importanteil sogar bei 96 %. Diese Zahlen beziehen sich auf die Europäische Union und verdeutlichen aus Sicht der Autoren die Anfälligkeit gegenüber geopolitischen Entwicklungen, Marktveränderungen und Lieferkettenrisiken. 

Die Analyse verbindet diese Ausgangslage mit der Frage, wie Europa eigene Proteinquellen stärken kann, ohne die bestehende Landwirtschaft oder einzelne Proteinarten gegeneinander auszuspielen.

Forschung entlang der gesamten Proteinwertschöpfungskette

Ein Schwerpunkt der Publikation ist die Betrachtung der gesamten Proteinwertschöpfungskette. Forschung und Innovation sollen nicht nur neue Proteinquellen erschließen, sondern ebenso Züchtung, Anbau, Verarbeitung, Futtermittel, Lebensmittelproduktion, Distribution sowie Kreislaufwirtschaft stärker miteinander verknüpfen.

Die Autoren sehen dabei sowohl klassische Kulturpflanzen wie Leguminosen und Ölsaaten als auch Algen, Insekten, mikrobielle Proteine und kultiviertes Fleisch als relevante Forschungsfelder. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass viele dieser Ansätze noch vor Herausforderungen bei Skalierung, Verarbeitung, Regulierung oder Verbraucherakzeptanz stehen. Die Analyse versteht diese Technologien daher nicht als fertige Lösungen, sondern als Forschungs- und Innovationsfelder mit unterschiedlichem Entwicklungsstand. 

Proteinvielfalt statt Entweder-oder

Statt auf einen grundlegenden Austausch bestehender Proteinquellen zu setzen, beschreibt die Publikation Diversifizierung als Leitprinzip zukünftiger Proteinstrategien. Regionale Unterschiede, bestehende landwirtschaftliche Strukturen sowie unterschiedliche Ernährungs- und Produktionssysteme sollen dabei berücksichtigt werden.

Dieser systemische Blick zieht sich durch die gesamte Analyse. Empfehlungen betreffen unter anderem den Ausbau regionaler Proteinpflanzen, Investitionen in Verarbeitungsinfrastrukturen, die stärkere Nutzung von Nebenströmen, die Verbesserung gemeinsamer Daten- und Forschungsplattformen sowie eine engere Verzahnung von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel ist eine Proteinwirtschaft, die Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam adressiert. 

Warum lohnt sich ein Blick in die Publikation?

Die Analyse eröffnet einen ungewöhnlich breiten Blick auf die europäische Proteinwirtschaft. Statt einzelne Proteinquellen oder Technologien in den Mittelpunkt zu stellen, zeichnet sie nach, wie Forschung, Landwirtschaft, Futtermittel, Lebensmittelproduktion und politische Rahmenbedingungen zusammenwirken. Wer verstehen möchte, welche Rolle alternative Proteine künftig im Zusammenspiel mit bestehenden Produktionssystemen einnehmen könnten und welche Forschungsfelder entlang der gesamten Wertschöpfungskette derzeit als besonders relevant gelten, findet hier zahlreiche Ansatzpunkte für eine vertiefende Lektüre. 

Hier direkt weiterlesen (nur auf Englisch verfügbar):

* Transparenzhinweis: Die Auswahl der vorgestellten Publikationen erfolgt kuratiert durch die Redaktion von Foodtech Now! auf Basis ihrer Relevanz für die internationale Proteinwirtschaft. Analyse und Erstellung dieses Artikels wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der Originalpublikation durchgeführt. Der Beitrag dient als Orientierung und ersetzt die vollständige Lektüre der Originalpublikation nicht. Maßgeblich für Inhalte und Aussagen bleibt stets die Originalquelle.

Header Bild: Adobe Stock | Дмитро Жалдаков

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